Kostenindex für den Textil Service

Der Kostenanstieg in der Textil Service-Branche hat nach einer längeren Phase relativer Konstanz (2013-2016) zuletzt deutlich an Dynamik gewonnen. Im Vergleich zum Basisjahr 2010 lagen die Gesamtkosten des Textil Service im Juni 2019 um insgesamt 16 Indexpunkte höher. Allein im ersten Halbjahr 2019 stieg der Index auf 106,2 Punkte (+ 1,6 Punkte). Im gesamten Jahr 2018 stieg der Index um 3 Indexpunkte.

 

*bis 2014 nur eingeschränkt vergleichbar, Warenkorb für inl. Erzeugerpreise der BBK ab 2015 verändert

 

Der stärkste Kostentreiber sind die Personalkosten. Sie haben das weitaus größte Gewicht unter den Kostenkategorien der Branche, sodass ihr Anstieg um 3 Indexpunkte seit 2018 den Gesamtkostenverlauf besonders prägt. Die Verbandsmitglieder sehen sich zunehmend mit Arbeitskräftemangel und entsprechend steigenden Personalkosten konfrontiert. Dies lässt nicht nur die Personalkosten ansteigen, sondern hemmt in manchen Fällen auch das Wachstum. Ein weiterer Grund für diesen Anstieg sind nicht zuletzt die in den Tarifverträgen  vorgesehenen Lohnerhöhungen.

Auch die Textilkosten sind angestiegen, die vor allem aufgrund der immer schnelleren Innovations- und Kollektionszyklen eine weitere signifikante Kostenposition ausmachen. Das gilt zwar nicht so sehr für die letzten Monate, aber zuvor stiegen vor allem die Preise der inländischen Produktion von Berufsbekleidung, in 2018 um 3 Indexpunkte. Gemildert wurde der Auftrieb allerdings durch die Importpreise für Berufsbekleidung und Flachwäsche, die weitgehend stabil blieben. Gleichwohl stieg der gesamte Index für die Beschaffungskosten der Textilien seit Anfang 2018 bis Mitte 2019 um 2 Indexpunkte.

Besonders erfreulich im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind die generell niedrigen Kosten für Energie. So stiegen die Energiekosten seit 2018 zwar ebenfalls um einen Indexpunkt, das ist aber vor allem auf den Preisanstieg bei Öl und Strom zurückzuführen.

Insgesamt ist die Kostenposition des Textil Service also deutlich schwerer geworden. Da die Kostensteigerungen bei den Personalkosten wie auch bei den Energiekosten eher andauern dürften, ist die Textil Service-Branche gefordert, an Produktivität weiter zuzulegen bzw. die Kostensteigerungen stärker weiterzugeben als in den letzten Jahren.

 

Hintergründe

Halbjährlich veröffentlicht der DTV einen Kostenindex für den Textil Service, der die Entwicklung der Gesamtkosten und ihrer einzelnen Komponenten für die Unternehmen des Textil Service zeigt. Ziel ist, für die Unternehmen, aber auch für Kunden eine größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kosten zu gewährleisten. Als Basis dienen einzelne Kostengruppen aus den Daten des Statistischen Bundesamtes. Dadurch bietet der Kostenindex eine solide und neutrale Datengrundlage, die die Entwicklung der relevanten Kostenpositionen im Textilservice repräsentativ widerspiegelt.

Ausgehend vom Basisjahr 2010 werden die Kostenveränderungen dargestellt. Dafür wurde die Kostenstruktur eines typischen Mischbetriebs herausgearbeitet, welcher repräsentativ die Kostenstruktur der gesamten Branche widerspiegelt. Alle Kostengruppen aus dem Textilservice sind dabei in dem Index berücksichtigt. Die wichtigsten davon sind die Personal- und Textilkosten sowie Energie und Abschreibungen.

 

Fundierte Datengrundlage

Der Kostenindex für den Textil Service beruht auf den Daten der öffentlich zugänglichen Statistiken des Bundesamtes für Statistik und der Tarifverträge, die in der Textil Service-Branche abgeschlossen werden. Für die einzelnen Kostengruppen wurden Indikatoren definiert, die überwiegend den langen Reihen der Fachserie 17, Reihe 2, von Destatis entnommen sind. Ein Beispiel: Die Entwicklung der Kosten für Textilien wird durch vier gewichtete Indikatoren erfasst: (1) den Erzeugerpreisindex für Arbeits- und Berufsbekleidung, (2) den Index der Erzeugerpreise für konfektionierte Textilien (ohne Bekleidung), (3) den Index der Einfuhrpreise für Arbeits- und Berufsbekleidung, (4) den Index der Einfuhrpreise für Heim- und Haustextilien. Bei den Energiekosten wurden die Indices der Erzeugerpreise für Strom, Gas und Heizöl verwendet. Die Personalkosten werden durch die Entwicklung der Tariflöhne der Tarifpolitischen Arbeitsgemeinschaft Textilreinigung (TATEX) sowie des Industrieverbandes Textil Service (intex) beschrieben. Auf diese Weise können Textil Service-Kunden neutral und auf transparenter Datenbasis die Kostenentwicklungen im Textil Service nachvollziehen.

Das Bundesamt für Statistik hat die von uns verwendeten Preisindices  auf das Jahr 2015 umbasiert, sodass die Graphen und Tabellen unseres Branchenindex ebenfalls 2015 als Basis haben. Außerdem hat das statistische Bundesamt den Warenkorb für die inländisch produzierte Berufsbekleidung mit Stichjahr 2015 reduziert. Die Preisindices für Flachwäsche und für Importware blieben davon unberührt. Gleichwohl ist der Kostenindex für Textilien vor 2015 deshalb nur eingeschränkt mit dem Textilkostenindex ab 2015 vergleichbar.