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KOSTENINDEX ERREICHT ZUM ENDE DES 1. QUARTALS 2026 NEUES ALLZEITHOCH

Nachdem der Kostenindex bereits im Januar durch gestiegene Personalkosten ein neues Allzeithoch erreichte, führen vor allem die Energiekosten zu einem weiteren Allzeithoch Ende des 1. Quartals 2026. So erreicht der Kostenindex Textilservice im März einen Wert von 135,8 Punkten und fällt damit um 7,5 Punkte höher aus als noch im Dezember 2025.

Mit Blick auf das Basisjahr 2021 entspricht dies einem Kostenanstieg von insgesamt über 31 Prozent innerhalb von rund vier Jahren.

 

Energiekosten massiv gestiegen, weitere Entwicklung ungewiss

Die Energiekosten sind von 128,0 Indexpunkten am Ende des vierten Quartals 2025 auf 158,1 Punkte im März 2026 gestiegen. Der massive Anstieg ist vor allem auf die geopolitischen Ereignisse rund um die Straße von Hormus zurückzuführen.

Seit Dezember 2025 sind die Kosten für leichtes Heizöl um 66,2 Prozent, für Kraftstoffe um 36,24 Prozent und für Gas um 8,3 Prozent gestiegen. Die Kosten für Strom sind dagegen um 7,4 Prozent gesunken.

Wie sich die Energiekosten weiter entwickeln werden, hängt davon ab, ob und wie schnell der Konflikt zwischen USA und Iran gelöst werden kann. Auch bleibt abzuwarten, ob und welche Maßnahmen die Bundesregierung ergreift, um eine erneute Energiekrise zu verhindern. Von einer kurzfristigen Entspannung der Energiepreise ist aber nicht auszugehen.


Personalkosten erreichen neuen Höchstwert
 

Bei den Arbeitskosten liegen dem Index die Tarifverträge beziehungsweise Tarifempfehlungen der Branche zugrunde. Der Tarifvertrag der Intex führte im September 2025 zu einer Erhöhung der Grundgehälter. Eine weitere Erhöhung ist für September 2026 angekündigt. Gleichzeitig empfiehlt die Tarifempfehlung der Tatex seit dem 1. Januar 2026 einen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro. Diese Entwicklungen führen dazu, dass der Teilindex Personalkosten seit Januar mit einem Wert von 132,0 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht.

An dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs‑Verbandes ausschließlich die Entwicklung der tariflichen Mindestlöhne abbildet. In der Praxis können die tatsächlich gezahlten Löhne zum Teil über den tariflichen Vergütungen liegen.  


Kosten für Waschchemie und Textilien steigen an, Finanzierungskosten nehmen wieder zu
 

Der Textilkostenindex ist von 124,1 Punkten am Ende des vierten Quartals 2025 auf 125,8 Punkte im März 2026 gestiegen. Hierbei stiegen die Kosten für alle Unterpositionen an.

Die Kosten für in Deutschland hergestellte Berufsbekleidung erhöhten sich um 1,67 Prozent, für in Deutschland produzierte Flachwäsche um 0,76 Prozent. Die Einfuhrpreise für Berufskleidung stiegen um 1,37 Prozent, die Einfuhrpreise für Flachwäsche um 1,26 Prozent.

Die Kosten für gewerbliche Waschmittel sind zum März 2026 um einen Indexpunkt auf 135,1 Punkte gestiegen. Während hier in den vergangenen Monaten ein Aufwärtstrend zu erkennen ist, liegt das Kostenniveau trotzdem deutlich unter dem Allzeithoch von Ende 2023. Damals erreichte der Indexwert für Waschmittel 142,9 Punkte.

Auch die Finanzierungskosten bleiben für viele Unternehmen ein wichtiger Kostenfaktor. Der Abwärtstrend in 2025 nahm mit Beginn des Konfliktes in der Straße von Hormus ein jähes Ende. Der Teilindex ist seit Dezember 2025 um 7,0 Punkte auf einen Wert i.H.v. 263,9 Punkte gestiegen. Damit liegen die Finanzierungskosten insgesamt mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im Basisjahr 2021.

In einem wirtschaftlich schwachen Umfeld stellt dieses hohe Zinsniveau weiterhin eine spürbare Belastung für Investitionen dar. Gleichzeitig können Zinsanpassungen die Finanzierung laufender langfristiger Kredite verteuern. Hinzu kommt, dass Banken ihre Kreditvergabe in vielen Fällen vorsichtiger handhaben und Risiken stärker prüfen. Für Unternehmen bedeutet das, dass Investitionen sorgfältig kalkuliert werden müssen und sich wirtschaftlich möglichst schnell tragen sollten.  

 

 

Wirtschaftliches Umfeld und hohes Kostenniveau belasten den Textilservice auch Anfang 2026 

Der Textilservice reagiert in hohem Maß auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Läuft das Geschäft bei den Kunden gut, steigt in der Regel auch die Nachfrage nach Textilservice. Entwickelt sich die wirtschaftliche Lage hingegen schwächer, wird das Wäscheaufkommen häufig reduziert, selbst innerhalb bestehender Verträge. Zwar wirken vertragliche Laufzeiten und Anpassungsfristen dämpfend, dennoch folgt der Textilservice im Grundsatz der konjunkturellen Entwicklung. Das angespannte wirtschaftliche Umfeld sowie die schwierige Lage im produzierenden Gewerbe belasteten daher auch Anfang 2026 viele Textilservicebetriebe und Wäschereien.

Hinzu kommt, dass auch für den weiteren Verlauf des Jahres bislang keine spürbare Entlastung bei zentralen Kostenpositionen wie Energie, Personal und Textilien absehbar ist. Die angekündigten Lohnerhöhungen für September, sowie mögliche weitere Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus auf die Energiepreise, werden das Kostenniveau voraussichtlich auf hohem Niveau halten.

Viele dieser Herausforderungen lassen sich nicht allein auf Unternehmens- oder Branchenebene lösen. Auch politische Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle. Gefordert sind insbesondere Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik, der Energiepolitik und der Geldpolitik, um die wirtschaftlichen Bedingungen für die Unternehmen des Textilservice zu verbessern.

Auch Kostenindex bei reinen Wäschereien erreicht neues Allzeithoch 

Für reine Wäschereidienstleistungen, die vor allem von kleineren Wäschereibetrieben erbracht werden, ist der Kostenindex gegenüber dem Ende des vierten Quartals 2025 um 8,6 Punkte gestiegen. Im März 2026 liegt der Index damit bei 138,7 Punkten.

Während der Teilindex Energie um 26,0 Punkte gestiegen ist, erreichen die Personalkosten auch hier ein neues Allzeithoch. Kosten für Textilien spielen bei reinen Wäschereien hingegen keine Rolle.

 

Fundierte Datengrundlage

Der Kostenindex für den Textilservice basiert auf Daten aus öffentlich zugänglichen Statistiken des Statistischen Bundesamtes sowie auf den Tarifverträgen der Textilservicebranche. Für die einzelnen Kostengruppen wurden Indikatoren festgelegt, die überwiegend aus den Zeitreihen der Fachserie 17, Reihe 2, von Destatis stammen. Auf dieser Grundlage können Kunden des Textilservice die Kostenentwicklung der Branche transparent und auf einer neutralen Datenbasis nachvollziehen. Einen Überblick über die verwendeten Indizes bietet unsere Methodikübersicht. Sie zeigt beispielhaft am Stand März 2025, aus welchen Indizes sich der Kostenindex Textilservice zusammensetzt.

Zum Jahresanfang 2024 hat das Statistische Bundesamt seine Preisstatistik überarbeitet. Dabei wurde unter anderem das Basisjahr von 2015 auf 2021 umgestellt und einzelne Indizes wurden angepasst. Diese Änderungen wirken sich auch auf den Kostenindex aus.

Das Basisjahr des Kostenindex ist nun das Jahr 2021. Der Indexwert von 100 steht somit für das Kostenniveau im Jahr 2021, mit dem die aktuellen Werte verglichen werden.

Eine weitere Anpassung betrifft den Einfuhrpreisindex für Arbeits- und Berufsbekleidung. Nach der Überarbeitung der Statistik wurde dieser Index mehrere Monate lang nicht veröffentlicht und erst zum Ende des Jahres wieder aufgenommen. Um für das Jahr 2024 eine durchgehende Berechnung zu ermöglichen, wurde im Teilindex Textilien vorübergehend die Preisentwicklung der Bekleidungseinfuhren insgesamt berücksichtigt. Seit Januar 2025 erfolgt die Berechnung wieder auf Grundlage des Einfuhrpreisindex für Arbeits- und Berufsbekleidung.

Im September 2025 erfolgte eine methodische Angleichung der Berechnung der Personalkosten zwischen dem Teilindex Intex und dem Teilindex Tatex. Im Zuge dieser methodischen Bereinigung ergibt sich rückwirkend ein höheres Niveau der Intex-bezogenen Personalkosten. Dadurch erhöhen sich auch der Personalkostenindex insgesamt, sowie in geringerem Umfang der Gesamtkostenindex. Die daraus resultierenden Abweichungen betreffen ausschließlich das Niveau der Indizes; Verlauf, zeitliche Entwicklung und grundsätzliche Aussagekraft bleiben unverändert.

Mit der Überarbeitung der Preisindizes sind die früheren Reihen mit dem Basisjahr 2015 nicht mehr gültig. Um dennoch eine längere Zeitreihe darstellen zu können, wurden die meisten für den Kostenindex relevanten Werte vom Statistischen Bundesamt zurückgerechnet. Diese Rückrechnung haben wir ab dem Jahr 2015 berücksichtigt. Einschränkungen bestehen allerdings bei den Einfuhrpreisen für konfektionierte Textilien, zu denen vor allem Flachwäsche zählt. Für diese Werte liegt eine Rückrechnung nur bis zum Jahr 2021 vor.

Schließlich ist zu beachten, dass der Kostenindex erst seit dem Jahr 2022 unterjährig dargestellt wird. Bis einschließlich 2021 basiert der Index auf Jahresdurchschnittswerten. Ab 2022 werden dagegen monatliche Werte verwendet.

Das Wägungsschema des Kostenindex für den Textilservice sieht wie folgt aus:


Methodologische Änderung bei Textilkostenindex ab 2025:

Auswirkung auf den DTV-Kostenindex hat auch, dass das Statistische Bundesamt seit der Überarbeitung für das neue Basisjahr für einige Monate nicht mehr den Einfuhrpreisindex von Arbeits- und Berufsbekleidungsprodukten veröffentlicht hat und erst zum Ende des Jahres 2024, unter anderem auf Anfrage des DTV hin, wieder damit angefangen hat. Um die Kontinuität für 2024 zu erhalten, wurde zur Berechnung des Teilindexes Textilien im Kostenindex bis Dezember 2024 die Entwicklung der Preise bei Bekleidungseinfuhren insgesamt miteinbezogen. Ab dem 1. Quartal 2025 erfolgt nun ein Umstieg auf die klassische Berechnungsmethode anhand des Einfuhrpreisindex Arbeits- und Berufsbekleidung.

Tatsächlich stiegen die Importpreise für Berufsbekleidung sehr viel stärker als die der gesamten importierten Bekleidung. Dadurch erhöhen sich die Indexwerte für importierte Berufsbekleidung zum 1. Quartal hin mit einem Schlag. Für die Unternehmen, die auf stark importierte Berufsbekleidung zurückgreifen, ist dies eine wichtige Verbesserung der Aussagekraft. Die Auswirkungen auf den Gesamtindex sind jedoch überschaubar, da importierte Berufsbekleidung nur mit 3 % der Gesamtkosten für die Branche angesetzt wird. Der Textilkostenindex, in welchem importierte Berufsbekleidung einen Anteil von 13,6 % ausmacht steigt zwar ungewöhnlich stark an, der Gesamtkostenindex erhöht sich jedoch in einem deutlich geringeren Umfang durch diese methodologische Präzisierung.

Methodisch gesehen haben wir es ab Januar 2025 mit einem anderen Kostenindex als 2024 zu tun. Dies ist vor allem bei einem fokussierten Blick auf die Textilkosten zu beachten. Im gesamten Kostenindex spielt diese methodische Änderung quantitativ eine eher geringe Rolle. Deshalb haben wir jetzt schon die Aussageverbesserung vorgenommen und nicht gewartet, bis eine große Anpassung des Kostenindex erfolgen müsste wie etwa die in einigen Jahren bei einer erneuten Umbasierung.

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen zu den Änderungen haben, steht Ihnen unser Referent für Betriebswirtschaft und Nachhaltigkeit Herr Stefan Cieslak gerne zur Verfügung (cieslak@dtv-deutschland.org).

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Der DTV veröffentlicht quartalsweise einen Kostenindex für den Textilservice. Der Index beruht auf den Daten der öffentlich zugänglichen Statistiken des Bundesamtes für Statistik und der Tarifverträge, die in der Textilservicebranche abgeschlossen werden. Auf diese Weise können Textilservice-Kunden neutral und auf transparenter Datenbasis die Kostenentwicklungen im Textilservice nachvollziehen. Das Quartalsupdate ist im regulären DTV-Mitgliedsbeitrag bereits enthalten.

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