Zahlen und Fakten zur Textil-Dienstleistungsbranche in Deutschland

Die Textil-Dienstleistungsbranche ist von einer großen Heterogenität geprägt. Von der kleinen Reinigung als Zweimannbetrieb bis hin zur industriellen Großwäscherei mit mehreren Hundert Angestellten sind eine Vielzahl unterschiedlichster Betriebsformen und -größen auf dem deutschen Markt vertreten. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband rund 800 vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen.

 

Umsatz- und Unternehmenszahlen

Verlässliche Zahlen zur Branche sind derzeit nur schwer verfügbar. 2008 wurden im Zuge von Änderungen der Wirtschaftskennziffern in der EU – und damit auch durch das Deutsche Statistische Bundesamt –Unternehmen der Textil-Dienstleistungsbranche teilweise anderen Wirtschaftszweigen zugeordnet. Das macht differenzierte Aussagen über die Branche schwierig. Es werden nunmehr Zahlen ausgewiesen für den Wirtschaftszweig „Wäscherei und Chemische Reinigung“, andererseits wird ein nicht unbeträchtlicher Teil der textilen Dienstleistung in der Wirtschaftskennziffer 77.2 „Vermietung von Verbrauchsgütern“ erfasst, in der allerdings auch noch andere als textile Gebrauchsgüter erfasst werden. Insbesondere Unternehmen aus dem Textil Service, die – nach dem Umsatzschwerpunkt –vor allem der Vermietung von sonstigen Gebrauchsgütern zugerechnet werden, sind im Prinzip nicht zu erfassen. Sämtliche verfügbaren Zahlen zu Unternehmensumsatzen und -zahlen sind daher mit entsprechender Vorsicht zu interpretieren.

In 2018 fiel die Umsatzentwicklung über alle Branchenzweige hinweg positiv aus. Die Umsätze der handwerklich organisierten Reinigungen und Wäschereien legten nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2018 auf 1,3 Milliarden Euro zu. Das entspricht einem kräftigen Plus um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Umsatzvolumen für den Textil Service in Deutschland liegt nach Erhebung des DTV bei 3,3 Milliarden Euro. Auch hier stiegen die Umsätze der Betriebe in 2018 auf einem moderat-positiven Niveau. Allerdings gibt es hier auch Überschneidungen mit den bei Statistischen Bundesamt erfassten Betrieben. Insgesamt schätzt der DTV daher den Umsatz der gesamten Textil-Dienstleistungsbranche auf etwa 4,5 Milliarden Euro.

 

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Zahl der Unternehmen nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Allein zwischen 2010 bis 2017 um rund 19 Prozent. 2017 zählte das Statistische Bundesamt erstmals weniger als 5.000 Wäschereien und Reinigungen in Deutschland, nämlich nur 4.918 Betriebe. Neben der Schließung vieler Kleinstbetriebe – ohne dass im direkten Umfeld neue Betriebe entstehen – findet im Bereich der mittelständischen Betriebe eine immer weitere Marktkonzentrierung durch Fusionen, Zusammenschlüssen oder Aufkäufe statt.

 

Beschäftigtenzahlen

Vom Textilreiniger und der Änderungsschneiderin über den Servicefahrer und Lageristen hin zum Maschinenführer und Bürokaufmann – die Mitgliedsunternehmen des DTV bieten vielfältige Ausbildungs- und Arbeitsplätze in Produktion, Verwaltung und Vertrieb mit attraktiven Aufstiegschancen. Da Wäschereien, Textil Service-Betriebe und chemische Reinigungen je nach Betriebsausrichtung entweder als Handwerk- oder als Industrie- und Handelsunternehmen geführt werden können, existiert keine zentrale Statistik über die Anzahl der Beschäftigten in der Textil-Dienstleistungsbranche. In den handwerklich geführten Unternehmen hat die Zahl der Beschäftigten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zwischen 2008 und 2012 mit einem Plus von rund 1,5 Prozent leicht zugenommen.

Insgesamt waren laut Statistischem Bundesamt (Destatis) im Jahr 2016 im Wirtschaftszweig Wäscherei und chemische Reinigung 68.815 Beschäftigte tätig. Dabei beschäftigte der Durchschnitt der Unternehmen 14,6 Personen. Die Struktur der tätigen Personen ist durch einen hohen Frauenanteil von 67,5 Prozent gekennzeichnet